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Sagen und Aberglaube in Haslach Die Erzählung vom Fole im Spittelwald Quelle: 1200 Jahre Haslach. Geschichte eines schwäbischen Dorfes im Oberen Gäu. Herausgeber: Stadtverwaltung Herrenberg, Herrenberg 1976. (Veröffentlichungen des Heimatgeschichtsvereins für Schönbuch und Gäu e.V., Band 12), S. 6-11.Autor: Walter Gerblich | ||||
[Der] Erzählung vom Fole im Spittelwald liegt die noch lange lebendige Meinung zugrunde, dass beim "Untergang", der Entscheidung einzelner Grenzstreitigkeiten, oft böse Geister durch Versetzen von Marksteinen im Spiele waren:
Der Fole wohnte in Herrenberg und war der Waldschütz im Spitalwald. Da, wo die Kuppinger Markung an die Herrenberger stößt, hatten die Kuppinger einige große stattliche Tannen stehen. Die hatten es dem Fole angetan; er hat den Markstein ausgegraben und gen Kuppingen hin versetzt, weil er an den Bäumen was verdienen wollte. Bald darauf ist er gestorben. Jetzt muss er zur Strafe immer umgehen. Erst wenn aus dem Holz der kleinsten Tanne einmal eine Wiege gemacht und in sie ein Mädchen gelegt wird, kann ihn dieses erlösen, sobald es eine Jungfrau geworden ist. Sonst aber muss er umgehen bis zum Jüngsten Tag. | ||||
Mit freundlicher Genehmigung der Stadt Herrenberg und des Heimatgeschichtsvereins für Schönbuch und Gäu e.V. Hexen- und Aberlaube in Haslach Zum festen Bestandteil des Haslacher Aberglaubens gehörte auch "die Urschel". Sie stand mit dem Teufel im Bunde, lebte einst im "Bettelhäusle" (Flurname) und besaß Zaubermittel gegen alle möglichen Krankheiten. Im Kapitel über "Sagen und Aberglaube" schreibt Walter Gerblich in der Haslacher Ortschronik: "Es klingt kaum glaubhaft, aber zuverlässige alte Haslacher bestätigen, dass der Hexenglaube noch bis in ihre Kindheit, ja bis nach dem Ersten Weltkrieg, lebendig war." Meist bezog er sich auf ältere Frauen und Männer, die das Vieh verhext haben sollen. Aber auch wenn der zum Dörren bestimmte Ofen nicht brennen wollte oder ein Pferd im Stall schnarchte, (in Wirklichkeit hatte es die Brunst im Kopf), witterte man dunkle Mächte im Spiel. Diese Seite drucken |
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